Feeds:
Beiträge
Kommentare

Für die Insulinpumpen von Medtronic gibt es schon einige Jahre lang Blutzuckermessgeräte die das Messergebnis per Funk an die Pumpe übertragen können. Laut Hersteller braucht man das, um weniger Eingabefehler zu machen 😀 . Ich fühle mich zwar im Stande eine 2-3 stellige Zahl abzuschreiben aber finde es dennoch sehr praktisch, da es viel schneller und bequemer ist. Die aktuelle Reihe dieser Geräte sind die Contour NEXT Link für Paradigm Insulinpumpen und die Contour NEXT Link 2.4 für die neuen 600er Insulinpumpen. Ich habe mich immer gefragt warum man den Nachfolger 2.4 und nicht 2 nennt aber dazu gleich mehr!

2017-08-27 22.11.55

Allerdings habe ich mich immer gefragt was technisch hinter dem Zauber steckt. Meine Annahme war, ein Standard-Prozessor der die Messung erledigt, ein Funk-Chip zur Übertragung und ein rieeeeesiger Akku. Ich wollte es dann doch aber etwas genauer wissen und hab mal eins auseinander genommen:

2017-08-23 00.22.25

Mein erster Eindruck war etwas ernüchternd. Der Akku ist winzig (!!) und es ist noch jede Menge Luft im Gehäuse. Nicht das mir die Akkulaufzeit nicht reicht, ganz im Gegenteil. Aber man hätte das Ding halb so dick bauen können …. Ok weiter im Text: Man sieht eine schöne Platine mit integrierter Antenne, auf der anderen Seite das Display. Also mal weiter auseinander nehmen:

2017-08-23 00.15.29

Unter dem Display findet sich ein Slot für die Teststreifen, zwei Mikrocontroller und jede Menge Kleinkram. Ich war etwas überrascht, dass es gleich zwei Mikrocontroller sind. Google lieferte mir auch keine belastbaren Informationen. Der eine ist ein „Toshiba T5DB0“ der vermutlich der Hauptprozessor ist, denn in einem Forum habe ich gelesen, dass der gleiche Chip in älteren Geräten zu finden ist. Der andere Chip mit dem formschönen Namen „F3796 018 usw“ scheint mir ein Displaycontroller zu sein, da er mit dem Display-Connector verbunden ist.

2017-08-23 00.14.40

Hätte man sich meiner Meinung nach alles sparen können, denn ich benutze das Gerät nur um einen Teststreifen einzustecken und Blut drauf zu geben wenn ich dazu aufgefordert werde. Den Wert lese ich auf der Pumpe ab. Früher haben die Geräte auch schneller gebootet, da man kein Farbdisplay hatte auf dem 100 Logos eingeblendet wurden bevor man messen kann … Aber gut, lass sie machen.

Kommen wir zum interessanten Teil: Der Funkübertragung! Unter dem EM-Shield findet man einen Funk-Chip von Texas Instruments, den CC2430 (müsst Ihr mir jetzt glauben, ich habe das EM-Shield nicht vollständig entfernt da ich das Gerät noch brauche und konnte deshalb kein Foto machen). Das Datenblatt sagt, dass es sich um einen ZigBee-Chip auf dem 2.4 GHz Band handelt. Ahaaaa 2.4!!! Ich bin ein wenig überrascht, warum Medtronic von ihrem 868 MHz Band auf das 2.4er gewechselt sind. Aus meinen Vorlesungen habe ich noch im Hinterkopf, dass niedrige Frequenzen (im Vergleich zu hohen Frequenzen) weniger Energie brauchen und höhere Reichweite haben. 2.4 GHz hat den Vorteil, dass man die Antenne kompakter bauen kann und man mehr Bandbreite hat. Beide Punkte werden von dem Gerät nicht genutzt .. also … WTF! Man hat sich jetzt ein Band ausgesucht, dass dank WLAN total überlastet ist, mehr Energie verbraucht oder kürzere Reichweite hat und sich damit sicherlich einige Störungen eingehandelt …

2017-08-23 00.14.31

Die einzigen beiden plausiblen Gründe die mir für so eine Entscheidung einfallen sind:

  • Lizenzkosten für das 868 MHz Band (keine Ahnung was das kostet, aber soweit ich weiss ist 2.4 GHz weltweit kostenlos da es ein ISM Band ist und 868 MHz nicht).
  • Man wollte diese (völlig nutzlose) „ich kann jetzt von meiner Pumpe aus einen manuellen Bolus geben“-Funktion einbauen, hat aber keine Lust gehabt das eigene Protokoll zu erweitern und hat ZigBee eingekauft. WTF ZigBee … das Protokoll über das es mehr security-break-Paper gibt als Bibeln im Jahr verkauft werden. Für ein lebenswichtiges Gerät!! Gäbe es doch nur ein Protokoll auf dem 2.4 GHz Band, dass halbwegs sicher und energiesparend ist und bereits für den Gesundheitseinsatz Protokolle definiert hat … Aber auf der anderen Seite ist das ganz nett, denn ZigBee ist deutlich leichter abzuhören als das 868 MHz Band, denn das Protokoll ist bekannt und die Hardware ist billig (das riecht nach einem Projekt).

Mich hat dann doch noch interessiert was die „alten“ Geräte zu bieten haben. Der Aufbaut ist prinzipiell identisch. Aber es ist natürlich kein ZigBee-Chip verbaut, sondern ein Funk-Chip der das 868 MHz Band unterstützt: Der CC1110 von Texas Instruments. Bei dem alten Geräte haben ich dann natürlich für ein Foto den EM-Shield entfernt 😉 .

2017-08-23 00.16.11

Wir werden sehen wo das alles noch hin führt. Ich würde ja gerne mal in so ne Entwicklungsabteilung schauen und die Leute fragen was sie eigentlich so den halben Tag rauchen 😀 .

Advertisements

Ich habe mir vor Monaten von Sonoff ein paar WLAN Relais gekauft, weil ich gelesen habe, dass sie auf dem ESP8266 von Espressif basieren.

2017-08-26 19.18.22

Für alle die den ESP8266 nicht kennen: Schämt euch! Spass bei Seite: das ist ein WLAN Controller der sehr häufig auf Bastler und in Arduino WLAN-Modulen verbaut wird. Außerdem bietet er selbst relativ brauchbare (aber nicht besonders Stromsparende) Rechenleistung. Inzwischen lässt sich die Firmware auch ganz bequem per Arduino-Framework programmieren. Dadurch hat der Chip eine relativ große Community bekommen, denn ein Modul kostet gerade mal 2-3 Euro und Developer-Boards gibt es schon ab 8 Euro (convenient affiliate link). Inzwischen gibt es den ESP32, der (wie der Name suggeriert) einen 32Bit 2-Core Prozessor hat und sich ebenfalls (zumindest teilweise denn die Implementierung ist noch nicht fertig) über das Arduino-Framework programmieren lässt. Dieser bietet neben WLAN auch Bluetooth LE zur Kommunikation (noch ein convenient affiliate link). Märchenstunde Ende.2017-08-26 19.17.41

Ok warum ist das interessant? Sonoff ist ein China-Smart-Home-Hersteller der inzwischen eine ansehnliche Auswahl an Geräten hat (die alle auf dem ESP basieren). Das schöne ist jetzt, dass man die China-Firmware weg schmeissen und die Geräte gemütlich über das Arduino-Toolkit mit eigener Firmware ausstatten kann. Es drängt sich ja geradezu auf, die Relais per MQTT ansteuern zu wollen und sie dann in ein anständiges Smart-Home System einzubinden. Der Vorteil gegenüber dem kompletten selbstbau ist, dass man eine doch halbwegs brauchbar designte und gelötete Platine erhält und alles schön kompakt in einem Gehäuse sicher verpackt ist. Das alles zu einem attraktiven Preis und super zeitsparend. Außerdem sind die Programmierpins auf den Platienen prakitscherweise immer sehr gut erreichbar (oft ohne löten).

Wie so oft ist man nicht der Erste mit der Idee und nach kurzem googlen habe ich ein sehr cooles Projekt entdeckt, dass genau das macht: Tasmota. Das Projekt liefert (offenen (yeey)) Source-Code, um alles mögliche (wie auch MQTT Ansteuerung) mit den Sonoff Modulen zu machen. Außerdem unterstützt es nahezu die vollständige Bandbreite der Sonoff Produkte 🙂

Man kann ziemlich straight forward durch deren Wiki marschieren und einfach machen was da steht. Ich habe nur kurz PlatformIO eingerichtet, die Config so eingestellt, dass sich das Gerät mit einer statischen IP (geht schneller nach dem sleep) im WLAN anmeldet, MQTT (und sonst nichts) unterstützt, sich bei Leerlauf 250ms lang schlafen legt und über eine Web-Interface konfigurierbar ist… ideal! 🙂 Danach einfach Kompilieren und Flashen. Hat mich keine Stunde gekostet (inkl. einrichten und Doku lesen). Beim Flashen musste ich allerdings eine ordentliche Stromversorgung ran schaffen, denn mein FTDI-Adapter lieferte nicht genug Leistung. Das es dazu kein Hinweis im Wiki gibt finde ich seltsam, denn das ist ein übliches Problem bei den ESPs (dass sie eine anständige Stromversorgung beim Programmieren brauchen). Aber es sei ihnen verziehen, denn alles andere hat super geklappt.

2017-08-26 18.48.18

Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Das Ganze kommt jetzt in meinen Wohnzimmerschrank und wird mit ein paar Regeln in mein System integriert. Stay tuned for updates 😉

 

In trauter Runde bei einem gemütlichen Bier höre ich öfter einen Satz wie „Puh mein Rechner ist sooo langsam geworden ich brauche einen neuen! Was ist denn da gut?“ Ok als Händler sollte mich das nicht wundern, aber was mich wundert ist, wie wenig aufgeklärt die Menschen über Computertechnik sind. So ziemlich jeder in Deutschland besitzt einen Computer oder Laptop und viele auch noch ein Smartphone. Aber was ist da eigentlich drin? Und vor allem: Was ist da eigentlich gut??

Ok schauen wir uns die ganze Sache mal an. Im Computer-Hardware-Markt gibt es die 2 klassischen Gegenspieler: Kapzität und Geschwindigkeit. Nimmt man die wirtschaftliche Komponente mit rein, haben wir ein (guter)Preis-, Kapazitäts-, Geschwindigkeits-Dreieck. Man muss sich immer für 2 Ecken entscheiden. Will man viel Kapazität und viel Geschwindigkeit kostet das natürlich. Will man ein schnelles, günstiges System leidet oft die Kapazität darunter.

Dieses Dreieck trifft sowohl auf das Gesamtsystem als auch auf jede einzelne Komponente des Computersystems zu. Moooment! … Komponenten? … Also da ist noch was drin? … HA aber ich habe ein Laptop! … Oder? … Nein? …
Ja, jeder Computer (oder Smartphone/Tablet) besteht grundsätzlich aus den gleichen Komponenten die ähnlich zusammen arbeiten. Diese sind: Mainboard/Hauptplatine, Prozessor (CPU), Arbeitsspeicher (RAM), Massenspeicher (Festplatte also HDD oder SSD), Laufwerke (Diskette, CD, DVD, Blue-Ray, Streamer …), Grafikkarte (VGA), Netzteil oder Akku (PSU), Eingabegeräte (Tastatur, Maus, Touchscreen, Digitizer, Gamepad …), Ausgabereäte (Monitor, Soundanlage …), Netzwerkverbindung (Ethernet, Wlan, Powerlan, Bluetooth …), Gehäuse und so weiter und so weeeeiiiiiter und so weiter.

Ok wer hier noch liest, scheint sich wirklich für das Thema zu interessieren :D. Vereinfachen wir mal. Das Marketing hat ja schon vieles einfacher gemacht. Man hört meistens so Slogans wie „4 Kerne, 5 GHz, Intel Core Power hast du nicht gesehen, 4 GB Arbeitsspeicher, 5000 GB Festplatte, alles giga super!“ Ich möchte das gar nicht zu sehr verurteilen, denn irgendwo muss man die Leistung ja fest machen. Wichtig sind vor allem CPU, RAM, Massenspeicher (HDD/SSD) und oft noch die Grafikkarte (VGA).

Die CPU ist der Rechenkern des Computers. Hier werden alle Berechnungen gemacht die dann zu einem hervorragenden Spielerlebnis oder einer netten Website führen. Je mehr berechnungen gemacht werden könne, desto schneller ist ein Ergebnis auf dem Bildschirm (also z.B. das Spiel oder die Website). Hier gibt es aber wieder verschiedene Teile. Vereinfacht hat man einen großen allgemeinen Taschenrechner und viele viele kleine Teile die für ganz spezielle Fälle gut sind. Die Herstelle bringen mit jeder Generation neue kleine Spezialteile raus und entfernen welche die nicht gebraucht werden. Und natürlich wird mit jeder generation der allgemeine Taschenrechner schneller, braucht weniger Strom oder es kommen einfach mehr Taschenrechner in einen Chip.

Der Arbeitsspeicher (RAM) ist das Kurzzeitgedächnis des Computers. Hier werden Dinge gespeichert die gerade gebraucht werden. Also bei einem Spiel z.b. die Bilder der Spielfiguren, der Zustand des Spiels, die möglichen Züge usw. Bei einer Webseite wäre das der Text und die Bilder. Bevor der Computer etwas berechnen kann, muss alles was dazu benötigt wird in den Arbeitsspeicher geladen werden. Das Ergebnis wird wieder in den Arbeitsspeicher geschrieben und dann bei der nächsten berechnung weiter verwendet. Ist der Speicher voll, werden nicht benötigte Dinge auf die Festplatte ausgelagert. Also z.B. das Word-Dokument, das seit Tagen offen ist. Möchte man jetzt daran weiter arbeiten muss der Computer die entsprechenden Speicherbereiche wieder von der Festplatte herstellen. Das dauert natürlich! Je nachdem wie viel man gleichzeitig machen möchte und wie oft man zwischen Anwendungen wechseln möchte, ist eine gewisse Speichergröße nötig, dass man nicht dauernd warten muss.

Der Massenspeicher (HDD/SSD) ist der Langzeitspeicher für Daten (also Katzenbilder, Videos, Musik, Steuerunterlagen usw.). Hier kommt der gegensatz von Kapazität und Geschwindigkeit gut zur Geltung. Möchte man hohe Geschwindigkeit zum laden von Daten oder Programmen verwendet man eine SSD deren Kapazität gering ist im vergleich zur Magnetplatte (HDD). Die Magnetplatte liefert sehr hohe Kapazitäten zu sehr günstigen Preisen ist aber um ein Vielfaches langsamer als SSDs. Man muss sich also überlegen ob man viele Daten speichern will oder kurze Ladezeiten möchte.

Die Grafikkarte (VGA) berechnet die Bildausgabe am Computer. Heutige CPUs haben in der Regel eine Grafikkarte integriert. Diese ist für fast alle Anwendungen auch sehr gut geeignet. Möchte man allerdings Computerspiele in ihrer vollen Pracht sehen, muss man eine deizierte zusätliche Grafikkarte einbauen. Die Grafikkarte ist wiederum eine Wissenschaft für sich, denn auch diese hat einen Rechenkern, eigenen Arbeitsspeicher und muss entsprechend schnell an die CPU angebunden werden können. Die Wahl der Grafikkarte hat auch wieder auswirkungen auf das Kühlsystem und das Netzteil. Beachtet man die Faktoren nicht, kann es sein dass man eine Grafikkarte für 500 EUR einbaut aber nur die Leistung einer 150 EUR Karte bekommt, weil sie ständig ausgebremst wird. Daher sollte man bei PC-System für Gamer oder Videoschnitt eher mal einen Experten fragen 😉

Aber was ist denn jetzt gut ?? Nun es kommt (wie immer) darauf an. Natürlich kann man einen unglaublich leistungsstarken Computer bauen. Die besten Komponenten auf dem Markt zu einem Meisterwerk der Ingenieurskunst vereinen. Aber ist das gut? Ok es ist auf jeden Fall verdammt cool. Aber gut? Bedenkt man, dass so ein Gerät mehrere Zigtausend Euro kostet halte ich es für fragwürdig es jedem zu empfehlen.

Wichtig ist, die richtigen Komponenten für den häufigsten Anwendungsfall zusammen zu stellen. Ein Spieler wird mit Sicherheit eine gute Grafikkarte brauchen. Jemand der viele Tabellenkalulationen mit Excel macht eher Arbeitsspeicher. Es gilt die richtige Balance zwischen Kosten und gut zugeschnittenem System für die jeweilige Person zu finden.

Abschließend kann man man zu der Frage „Was ist denn da gut?“ immer wieder nur antworten „Hm, das kommt drauf an. Was willst du denn damit machen?“. Aber jetzt kann man immerhin diesen Artikel verlinken 😉

In meinem Objectivbestand befindet sich ein Canon EF-S 17-85mm USM Objektiv. Warum auch nicht? Schlißlich hat es eine sehr gute Bildqualität und einen wirklich praktischen Zoom bereich. Leider bekomme ich in letzter Zeit den Fehler „ERR 99“. Scheinbar bin ich da nicht alleine denn der Fehler ist so bekannt, dass unmengen an Infos im Netz dazu gibt. Der Grund: Ein gebrochenes Flachbandkabel.

Felxband Cable

Also habe ich mir kurzerhand ein neues auf ebay bestellt und das Obejektiv nach den Anleitungen auf Youtube [1,2] auseinander genommen. Objektiv wieder zusammen gesetzt uuunnnd … Fehler 😦

Scheinbar habe ich beim Löten etwas an der Blende beschödigt (und nein, ich bin kein Anfänger). Ich war so frustriert, dass ich erstmal einen Reparaturservice angefragt habe was es denn kosten würde. Immerhin hat mich die Aktion fast einen halben Tag gekostet … Nach einigen Tagen bekomme ich die Antwort 90 EUR. Gut .. für 90 Euro bekomme ich mehr als 10 Kabel … oder auch die gesamte fertig verlötete Blendeneinheit … 5 mal. Ich dachte mir für das Geld versuche ich es noch einmal. Also habe ich mir eine komplette Blendeneinheit bestellt.

_57

Der Einbau ging nach der Übung vom letzten mal super leicht von der Hand und siehe da: Alles geht!

[1] https://www.youtube.com/watch?v=IXXXzknVHPE
[2] https://www.youtube.com/watch?v=c2xlM7bGHX0

Ich möchte den ESP gerne als Wireless-Switch-Array für mein Smarthome nutzen. Allerdings müsste der ESP dann ständig aktiv sein, um die angeschlossenen Taster abfragen zu können. Das hätte einen hohen Stromverbrauch zur Folge und würde einen Batteriebetrieb nicht erlauben (nicht mehr so wireless 😀 )

Meine erste Idee war, alle 500 ms aus dem Deep Sleep aufzuwachen und die Taster abzufragen. Das ist aber irgendwie unkomfortabel, da man den Taster im schlimmsten Fall 500 ms halten muss. Gekoppelt mit dem fehlenden Feedback (durch das Verbinden mit dem Wlan kommt ein Delay von ca 2 Sekunden zu stande) ist das extrem intuitiv. Ich finde man sollte kurz drücken und sich sicher sein, dass irgendwann passiert was man wollte. Außerdem ist die Lösung auch nicht sooo effizient denn das ständige Booten kostet auch relativ viel Strom.

Jetzt habe ich mir eine Schaltung aus Gattern überlegt die den ESP mit einem beliebigen Tastendruck aufweckt. Der ESP setzt GPIO2 auf HIGH, wenn er aktiv ist. Wenn irgend ein Button gedrückt wird und der ESP aus ist (also GPIO2 dann LOW) wird der Reset ausgelöst, sodass der ESP bootet.

esp_wake

Irgendwie kommt mir das aber sehr aufwändig vor, denn man bräuchte die Gatter zum Aufwecken und ein Latch pro Taster, um den Tastendruck zu speichern bis der ESP gebootet und den Wert abgerufen hat. Das wäre dann eine relativ aufwändige Platine für so eine „Kleinigkeit“ 😦

Momentan überleg ich, ob ein PAL nicht einfacher wäre [1,2] Allerdings ist der Stromverbraucht dann nicht mehr so optimal wie bei einzelnen Gattern …

[1] http://www.ti.com/lit/ds/symlink/ticpal22v10z-25c.pdf
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Programmable_Array_Logic

Freestyle Libre Sensor

Erster Urlaubstag seit langem, wunderbares Wetter und was macht man da ? Genau, ausschlafen und man bastelt ein wenig an Elektronik rum 😀

Ich habe mir mal den Freestyle Libre Sensor angesehen. Es handelt sich um einen sogenannten CGM Sensor, der kontinuierlich den Glokosewert in der Gewebsflüssigkeit bestimmt. Dieses Messverfahren brachte auch die Firma Medtronic vor einigen Jahren auf den Markt.

Das besondere an dem Sensor ist, dass er sehr, sehr preiswert ist, sich über NFC auslesen lässt und sich selbst kalibrieren kann. Diese Kombination möchte ich fast einen Geniestreich nennen. Durch den geringen Preis sehen sich einige Patienten in der Situation, die Sensoren aus eigener Tasche zu bezahlen. Die Datenübermittlung über NFC erspart teure Transmitter und Stromversorungslösungen. Dadurch wird natürlich der Sensorpreis gesenkt und der Sensor wird jedesmal komplett (samt Elektronik) entsorgt was den Aufbau sehr einfach macht und somit Entwicklungs- und Herstellungskosten senkt. Durch die innovative (und bei Medtronic fehlende) eigenständige Kalibrierung, ist das Messsystem eigentlich idiotensicher.

Der Aufbau ist wie folgt: In der Mitte befindet sich der Messfaden (und vermutlich minimale Messelektronik) in einem Kunststoffgehäuse. Die Platine besteht aus einer NFC Antenne, einer Varta V377 Knopfzellen Batterie (1,55 V 27 mAh) und einem Microchip. Leider ist die Modellnummer auf dem Microchip nicht wirklich lesbar. Aus den Zeichen die ich lesen konnte, bin ich über Google auf den RF430FRL152H von Texas Instruments gekommen. Das würde gut passen, denn es ist ein NFC Chip der bei 1,55 V arbeiten kann und dafür gedacht ist Sensoren auszulesen. Die orange Fahne scheint ein Temperatursensor zu sein, denn der Sensor kann sich melden wenn ihm zu warm oder zu kalt wird.IMG_20160505_163819IMG_20160505_172046

Aus meiner Sicht hat das Konzept aber drei Probleme:

  1. Müll: Ein Sensor verursacht sehr, sehr viel Müll. Beim Anlegen kriegt das grüne Gewissen schon einen Herzinfarkt, da die Applikationshilfe (aus stabilem Kunststoff) weggeworfen wird. Natürlich kann man so sicherstellen, dass das Ding sauber ist, aber ist das nötig? Die Antwort ist nein, denn Medtronic hat das besser gelöst. Dazu kommt der Sensor selbst, der wiederum ein recht stabiles Kunststoffgehäuse hat und offensichtlich einiges an Elektronik.
  2. Messgenauigkeit: Der Sensor kalibriert sich selbstständig. Das ist eigentlich auch eine super Sache, aber bei mir waren die Messwerte nicht immer exakt (und damit meine ich Messunterschiede von bis zu 60 mg/dl). Eine Möglichkeit zur Nachkalibrierung durch eine Blutmessung wäre schon sinnvoll.
  3. Geplante Obsoleszenz: Der Sensor zählt intern bis 14 Tage rum sind und meldet sich dann als verbraucht. Allerdings meldet er sich auch schon früher als verbraucht, wenn er eben früher verbraucht ist und keine sinnvollen Messungen mehr möglich sind. D.H., dass der Sensor sich selbst testen kann ob er noch funktioniert. Ich finde, damit ist der Zähler überflüssig und grenzt an Geldmacherrei … wieso sollte ich den Sensor denn nicht einen Tag länger nutzen wenn er einen Tag länger funktionieren kann…

Meine Ideen zur Version 2 (die nebenbei auch den Verkaufspreis senken könnten) wären daher:

  1. Applikationshilfe extra verkaufen und nicht als Einmalprodukt verwenden. Als Zwischenschritt vllt einen 6er Sensorpack (Quartalspacket) anbieten, dass nur einen Applikator hat.
  2. Nochmal ein paar Minuten Nachdenken und die Elektronik besser vom Messfaden trennen. Die zwei Teile sind ja bereits getrennt. Wieso kann ich keinen Mechanismus haben um die Elektronik ein paar mal zu verwenden. Nach meiner Schätzung, kann der Chip die Batterie noch nicht völlig entleert haben. Man könnte aber auch eine etwas stärkere Batterie einbauen und wieder einen 6er Packe mit nur einem Elektronikboard anbieten. Das würde schon einiges an wertvollen, seltenen Ressourcen schonen.
  3. Stromversorung durch Akkus. Wenn die Elektronik sinnvoll vom Messfaden getrennt ist, könnte die Stromversorgung auch direkt durch Akkus erfolgen, die in einer Ladestation geladen werden. Dadurch würde eine Menge Giftmüll eingespart werden.
  4. Händisches Nachkalibrieren. Die angezeigten Werte sind natürlich niemals gemessene Werte. Die Messung der Gewebeflüssigkeit ist stark verzögert (15-30 min). Daher sind die gezeigten Werte eher geraten als gemessen (der Fachmann spricht von extrapolieren). Man kann jedoch die Messkurve auslesen und anzeigen und dann vergleichen wie genau die echt gemessenen Werte waren. Ok wenn ich jetzt sehe, dass schon die Basis der Raterei nicht stimmt, wie sollte dann das Gerät jemals etwas richtiges anzeigen. Genau .. keine Chance … Es wäre aus meiner Sicht nicht besonders aufwändig, einen Referenzwert einzugeben der die Messwerte korrigiert.

Freestyle Libre ist ein wirklich schönes System, das bei mir zumindest zu deutlich höherer Messfrequenz führt und damit die Therapie und Lebensqualität verbessern kann. Offenbar hat Abbott aber noch etwas Arbeit vor sich, um die genannten Schwächen auszubügeln. Desweiteren sollten sie eine Kooperation mit einem Insulinpumpenhersteller anstreben, um die Werte direkt an die Insulinpumpe zu übertragen. Ich bin gespannt was da noch kommt.

Cheers!

 

PS: Wer jetzt mehr Infos über den Sensor will, dem empfehle ich die Herstellerseite und den Blog von Marcel Klug, denn der kluge Mann (haha was ein Wortspiel, ist bestimmt ganz neu 😀 ) hat sich mal die Speicherstruktur des Sensors genau angesehen und eine Leseapp gebastelt 🙂

 

Wetterbericht

Ich frage mich, warum der Wetterbericht, selbst in unserer heutigen Zeit, immer noch zuverlässig falsch ist… Bei der Überlegung habe ich mich gefragt, ob der Faktor Mensch in den Berechnungen mit drinnen ist. Man könnte doch Menschenbewegungen aus Reisedaten (Fluglinien, Schiffen, usw.) erheben und das mit einkalkulieren 😀